Dr. med. vet. Friederike Unkel-Mohrmann

Kleintierpraxis Itzehoe

Flöhe



Was Sie über Flöhe wissen sollten

Es gibt wohl kaum einen Hund und nur wenige Katzen, die noch nie Flöhe hatten. "Igittigitt!" denken Sie jetzt vielleicht. "Aber wir pflegen doch unser Tier! Und unsauber sind wir auch nicht..." Natürlich nicht. Der Flohbefall von Hund und Katze hat damit gar nichts zu tun. Auch das gepflegteste Tier kann von diesen Untermietern befallen werden. Und das funktioniert so:

Nehmen wir einmal an, irgendein Wirtstier (ein Igel im Garten, ein fremder Hund auf der Wiese, ein Wildkaninchen, sogar Vögel) hätten einige Flöhe. Die Flöhe verlassen das Tier nicht, denn sie sind wirtstreu. Aber ein einziges Flohweibchen produziert täglich etwa 30 Eier, im Schnitt also bis ca. 3.000 Eier im Verlauf eines Flohlebens. Diese Eier fallen aus dem Fell des befallenen Tieres, wo es geht und steht - auf den Rasen, auf die Wiese, auf den Teppich, wohin auch immer. Daraus entwickeln sich Flohlarven, dann Puppen und schließlich neue Flöhe. Diese warten hungrig und sehnsüchtig darauf, dass ein neuer Wirt - Ihr Tier - vorbeikommt. Sie springen auf, nehmen die erste Blutmahlzeit und beginnen sofort mit dem Eierlegen. Diese Eier fallen aus dem Fell herunter, auf den Rasen, auf die Wiese, auf den Teppichboden ... Und der Kreislauf beginnt von neuem.

Und so kann ein Flohbefall bekämpft und ein neuer Befall vermieden werden:

In den meisten Fällen empfehlen wir Ihnen für Ihr Tier ein so genanntes Spot-on-Präparat zum Auftragen auf den Nacken. Diese Präparate wirken – je nach Mittel – vier bis sechs Wochen und müssen dann erneut aufgetragen werden. Eine Entseuchung der Umgebung ist nach unseren Erfahrungen bei einer regelmäßigen Behandlung der vierbeinigen Mitbewohner nur sehr selten nötig. Und das aus folgenden Gründen:

Die Spot-on-Präparate reichern sich in den obersten Hautschichten an. Diese Hautschuppen verliert Ihr Tier überall wo es geht, steht und liegt. Und ebendiese Hautschuppen sind eine der Leibspeisen der Flohlarven, die so gleich mit abgetötet werden.

Zudem sind Vierbeiner meist attraktiver als wir Menschen für frisch geschlüpfte Flöhe. Springt nun so ein neuer Floh auf ein Tier, das unter dem Schutz eines Flohmittels steht, so wird auch er bekämpft. Das bedeutet aber unbedingt, dass das "Flohhotel" – also Ihr Vierbeiner – weiterhin Zutritt zu allen Bereichen hat, in die er vorher auch durfte. Nur so kann man sicherstellen, dass die Larven und neuen Flöhe auch erreicht werden.

Intensives Staubsaugen und das Waschen und wenn möglich Trocknen im Trockner von Decken u.ä. vermindert die Zahl der Larven und Puppen in der Umgebung des Tieres. Nur in ganz extremen Fällen ist eine Umgebungsbehandlung nötig – bitte lassen Sie sich speziell beraten!

 

Unsere Empfehlung für       

* Freigängerkatzen und Hunde:

Eine ganzjährige Vorbeugung mit dem für Ihr Tier optimalen Mittel in den passenden Abständen.

* Wohnungstiger:

Wenn sich einmal Flöhe eingeschlichen haben, muss man immer damit rechnen, dass in irgend einer Ecke in der Tiefe eine Puppe vor sich hinschlummert, die nur darauf wartet, aus ihrem Schlaf geweckt zu werden. Das bedeutet, dass man immer wieder mit "plötzlichem" Flohbefall rechnen muss.

Ist der Befall erstmal da – das beweist schon ein Krümelchen Flohkot –, dann ist eine konsequente Behandlung über mindestens drei Monate extrem wichtig!

Grundsätzlich gilt zudem: Flöhe übertragen Bandwürmer - also müssen befallene Tiere regelmäßig entwurmt werden.

Ausserdem müssen immer alle Hunde und Katzen, die in einem Haushalt zusammen leben, gegen Flöhe und Würmer behandelt werden.

Fragen Sie ihr Praxisteam !!!

  

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